(mgt) – Der Schweizer Heimatschutz (SHS) zeichnet Grenchen mit dem Wakkerpreis 2008 aus. Die solothurnische Stadt erhält die diesjährige Auszeichnung für die vielfältigen Aufwertungen des öffentlichen Raums, für die sorgsame Weiterentwicklung der gebauten Stadt und für den respektvollen Umgang mit den zahlreichen Bauten der Nachkriegszeit. Die offizielle Preisübergabe findet am 28. Juni 2008 im Rahmen einer öffentlichen Feier statt.Grenchen hatte sich im Zuge der Industrialisierung rasch vom Dorf zur Stadt entwickelt. Nach der Hochblüte in den 1950er-Jahren erlebte der Ort Anfang der 80er-Jahre mit dem Niedergang der Uhrenindustrie einen Tiefpunkt. Die schwierige Struktur eines verstädterten Dorfes, die grosse Belastung durch den Verkehr und die problematische wirtschaftliche Lage stellten grosse Herausforderungen dar, die im Laufe der letzten Jahre angepackt wurden.
Im Vordergrund für die Auszeichnung Grenchens mit dem diesjährigen Wakkerpreis stehen die seit 1996 eingeleiteten Massnahmen der Behörden, das bauliche Erbe zu pflegen sowie Strassen und Plätze neu in Wert zu setzen. Der Preis würdigt die aktive Haltung der Verantwortlichen zu Gunsten einer qualitätvollen Weiterentwicklung der Stadt. Politik und Behörden arbeiten zusammen und beeindrucken durch pragmatisches, beharrliches Vorgehen. Nach der Stadt Solothurn (1980) ist dies der zweite Wakkerpreis an eine Gemeinde im Kanton Solothurn.
Die Aufwertung des öffentlichen Raumes nahm mit der bemerkenswerten Umgestaltung des Marktplatzes (1999) ihren sichtbaren Anfang. Mit markantem Dach und Brunnen wurde er zum neuen Identifikationspunkt der Stadt. Nach der Eröffnung der Autobahn 2002 konnte das Zentrum von Grenchen vom Durchgangsverkehr befreit und die weitsichtig vorbereiteten flankierenden Massnahmen sofort umgesetzt werden. Das Strassenbild wurde überarbeitet und ein fussgängerfreundliches Zentrum geschaffen.
Die in den letzten Jahren entstandenen Neubauten zeugen von einer qualitätsorientierten Weiterentwicklung der gebauten Stadt, so beispielsweise das Wohnheim Rodania im Areal der ehemaligen Uhrenfabrik. Ein neuer Nutzungs- und Bauklassenplan mit allgemein verständlichen Leitblättern weist die Richtung für die zukünftige bauliche Entwicklung Grenchens.
Der bewusste Umgang mit der Bausubstanz aus der Nachkriegszeit zeigt sich in der Sanierung verschiedener öffentlicher Gebäude, darunter das Schwimmbad des renommierten Bäderspezialisten Beda Hefti (1956) oder das Haldenschulhaus (1964). Mit dem Parktheater von Ernst Gisel besitzt Grenchen zudem einen gut unterhaltenen Vorzeigebau der 50er-Jahre, der in der Bevölkerung stark verankert ist. Bemerkenswert ist weiter, dass die Stadt mit Publikationen, Veranstaltungen und Ausstellungen der Bevölkerung die Architektur des 20. Jahrhunderts näher bringt.
Grenchen ist eine beispielhafte Gemeinde auch im Sinne der aktuellen Kampagne des Schweizer Heimatschutzes (SHS). Unter dem Motto „Aufschwung – die Architektur der 50er-Jahre“ lenkt diese Kampagne die Aufmerksamkeit auf die Bauten unserer jüngeren Vergangenheit und fordert deren vermehrte Anerkennung als Baudenkmäler.
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Tags: auszeichnung, parktheater, wakkerpreis, Wakkerpreis 2008






Komiker unter sich ? :-)
Wie kann man im Städteranking ganz zu hinterst sein und gleichzeit einen solchen Preis gewinnen ?
Quizfrage
Gratulation,
endlich sieht eine Organisation, dass es in Grenchen auch viel Schönes gibt.
Ich lebe gerne in Grenchen und ich liebe diese Stadt.
Danke dem Heimatschutz für diese Auszeichnung. Grenchen hat dies verdient.
schlecht aussehen tut die stadt ja nicht,nur ist sie vom aussterben bedroht und hat eine etwas unlogische verkehrsführung!
wenn die bewohner noch etwas mehr zusammenhalten würden anstatt sich über jeden nachbarn das maul zu zerreissen wäre es noch schöner hier zu wohnen ;-)