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KOLUMNE: Back in Town

(Parzival Meister) Hier bin ich wieder. Genau, ich bin zurück in der Schweiz. Viereinhalb Monate Australien sind vorbei. Jetzt sitze ich schon wieder im Büro am Computer, um Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, hallo zu sagen – und natürlich um wieder etwas Geld zu verdienen. Denn nach so langen Ferien ist nicht nur der Kopf voller schöner Erinnerungen, sondern leider auch das Portemonnaie leer. Das Leben geht weiter und verläuft nun auch für mich wieder in den gewohnten Bahnen. Es ist, als wäre nichts passiert. Schon oft habe ich jetzt gehört: „Wau, ist schon so viel Zeit vergangen?!“ Wie viel Zeit denn nun wirklich viel ist, ist halt eben extrem relativ. Denn geht das Leben normal weiter, sind vier Monate ein Klacks. Wenn man mal kurz inne hält und an die vergangenen vier Monate seines Lebens denkt, kommen zwar so einige Erinnerungen zusammen und trotzdem fragt man sich, wie schnell die Zeit doch fliegt. Jetzt aber kann ich auf andere vier Monate zurückblicken. Denn gemessen am Erlebten, ist meine Zeit alles andere als verflogen.

Nach fünf Wochen Schule und weiteren drei Wochen in Melbourne waren wir ständig auf Achse. Wir haben die ganze australische Ostküste, das Landesinnere und den Norden gesehen. In drei Monaten legten wir dazu 13′500 Kilometer (!) mit unserem Campervan zurück. Nie länger an einem Ort als eine Woche, manchmal nur einen Tag und eine Übernachtung – wir haben praktisch jeden Tag etwas Neues gesehen. Ohne meine Bilder und Notizen könnte ich mich gar nicht mehr an alles erinnern. Wenn mich jemand nach meinen Erlebnissen fragt und keine konkrete Antwort bekommt, ist das nicht, weil ich nichts erzählen will, sondern schlichtweg nicht weiss, wo ich anfangen soll.

Ich hatte zwar keine wirklich erholsamen Badeferien – reisen kann anstrengend sein – aber dafür eine unvergessliche Zeit mit vielen unbeschreiblichen Erfahrungen. Klar war es ein spezielles Gefühl, als dieser Trip vorbei ging. Doch nach drei Monaten auf Achse, freut man sich darauf, mal wieder irgendwo zu rasten, wo man rumlaufen kann, ohne die Kamera griffbereit zu haben, wo man alles kennt und nichts Neues kennen lernen muss. Es ist grossartig in ein Badezimmer zu kommen und anstatt fremden Leuten seine Zahnbürste vorzufinden. Es ist toll seine Kleider in einem Schrank, anstatt in einem Koffer zu haben. Es ist auch schön, sich mal keine neuen Namen zu merken, nicht neue Leute kennen zu lernen, sondern mit denen, die einem am Herzen liegen, Zeit zu verbringen.

Die viel gehörte, meist ironisch gestellte Frage, ob ich mich denn freue, wieder in Grenchen zu sein, kann ich also mit einem Ja beantworten. Ich bin zwar froh, dass ich gegangen bin. Aber wo immer einem das Leben auch hin verschlägt, es ist immer schön zu wissen, dass man einen Ort hat, an dem alles ist, was man kennt, liebt und schätzt – ein Zuhause!

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1 Kommentar zu Artikel “KOLUMNE: Back in Town”

  1. l_meier sagt:

    Echt geile Artikel die du immer schreibst. mach weiter so!

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