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KOLUMNE: Verregnete Grillsaison


(Paul-Georg Meister)Eigentlich freue ich mich jedes Jahr auf die Grillsaison im Sommer. Gibt es etwas Schöneres, als im Garten zu sitzen und Lammrücken, Pouletflügeli und Bratwürste auf den Grill zu legen und langsam und genüsslich zu warten, bis diese durchgegart sind.

Eigentlich freue ich mich jedes Jahr auf die Grillsaison im Sommer. Gibt es etwas Schöneres, als im Garten zu sitzen und Lammrücken, Pouletflügeli und Bratwürste auf den Grill zu legen und langsam und genüsslich zu warten, bis diese durchgegart sind.

Seit ich mit meinem Kollegen Kurt einen Grillkurs belegt habe, bin ich zum Meister meines Fachs geworden. Kurt hat sich natürlich an verschiedenen Seminaren weitergebildet und ist nun zum absoluten Grill-Guru geworden. Er schlägt mich bereits um Längen. So kann er mit seinem neuen Grill (Kostenpunkt: 800 Franken) die Fleischstücke niedergaren, und er kann sogar Pizza backen, wie er mir erst kürzlich versicherte.

Doch anyway. Mir reichen meine Kenntnisse und wenn meine Pouletflügeli mal ein bisschen anbrennen, dass kratze ich das Schwarze mit meinem französischen Laguiole runter und geniessen meine Grilladen.

Die letzten Wochen allerdings waren ein Stress. Da das Wetter nicht mitspielte, kam das Grillen zu kurz. Und schon zeigten sich in unserer Familie erste Entzugserscheinungen. Als schliesslich meine Tochter während des Nachtessens ihr Fleisch an die Gabel steckte und über die Tischdekorations-Kerze hielt, wussten meine Frau und ich: Wir müssen wieder mal grillen.

Und so begann ein stressige Zeit: Jeden Morgen um 05.30 Uhr klingelte der Wecker, damit meine Frau und ich den ersten Wetterbericht im Radio hören konnten. Die Radiovoraussage verglichen wir mit den Angaben, die wir im Internet fanden, konsultierten auch den Teletext-Wetterdienst und riefen schliesslich um punkt sieben Uhr den Flughafen an, um uns nach dem Wetter zu erkundigen.

Die so gewonnenen Erkenntnisse werteten wir dann gemeinsam aus, sodass wir so gegen halb neun Uhr entscheiden konnten, heute können wir es wagen – oder eben nicht.

Endlich kam der Tag, der uns zum Grillen ideal schien. Laut diversen Wetterprognosen und gemäss unserer eigenen Berechnungen sollte es zwischen 17.30 und 21.15 Uhr nicht regnen. Also kauften wir ein, instruierten die Kinder heute ausnahmsweise mal pünktlich zum Nachtessen zu erscheinen und freuten und auf den Grillabend. Punkt 18.30 Uhr sassen alle am Küchentisch, pünktlich wie eine Uhr, und noch ein wenig feucht, denn draussen goss es wie aus Kübeln.

Den Tag gerettet hat schliesslich meine jüngste Tochter: Vor dem zu Bett gehen flüsterte sie mir ins Ohr. „Das mit dem Pizzakurier, war eine ganz tolle Idee, Papa, vielen herzlichen Dank …“

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