(Sabine Waelti) Ich komme aus Grenchen. Das glaubt mir allerdings fast niemand. Warum? Ich verfüge aus biografischen Gründen über einen furchtbaren Dialektmischmasch, der kaum noch irgendwo einzuordnen ist. Bei meinem Freund ist das Herkunfts-Ratespiel wesentlich einfacher. Er kommt aus Basel und spricht auch Baseldeutsch. Und er findet viele meiner Wörter enorm lustig.
Ob ich nun „chüderle“, „chräsme“, „chosle“ oder „chnuschte“ sage (wobei ich nicht weiss, ob diese Wörter aus Grenchen stammen oder ich sie sonst irgendwo aufgelesen habe) – jeder dieser Ausdrücke reicht aus, um bei meinem Freund einen Lachanfall zu provozieren.
Umgekehrt steht mir mein Liebster mit lustigen Wörtern aber um nichts nach. Wissen Sie zum Beispiel, was ein „Pfoffel“ ist? Nicht? Ich wusste es auch nicht und hielt dieses Wort erst für eine Eigenkreation meines Freundes.
Mein Liebster kommt genau genommen gar nicht aus Basel, sondern aus Allschwil. Und das Wort „Pfoffel“ stamme auch von dort, behauptet er. Ein „Pfoffel“ ist ein Pflock. Der Begriff ist auch als Personenbezeichnung brauchbar: „Du Pfoffel!“ statt „Du Pflock!“. Die Mehrzahl von „Pfoffel“ lautet übrigens „Pföffel“. Sagt mein Freund.
Ein Bekannter von uns, welcher auch aus Allschwil stammt, behauptet, die Mehrzahl laute nicht „Pföffel“, sondern „Pfoffels“. Neulich waren wir zusammen mit diesem Bekannten unterwegs. Plötzlich lief ich versehentlich beinahe in einen – Pfoffel! „Ui, dä Pfoffel ha i gar nid gseh“, so meine spontane Reaktion.
Unser Allschwiler Freund strahlte mich an: „Was, du saisch au Pfoffel?“
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