
(mgt) Die Gewalt auf den Fussballplätzen nimmt zu. Dies ist eine traurige Tendenz, der mit aller Schärfe entgegengewirkt werden muss. Der Solothurner Kantonalfussballverband will die Vereine mit diesem Problem nicht alleine lassen und lässt derzeit ein Zertifikat Fussball ausarbeiten.Vier Studenten im Fach Soziale Arbeit der Fachhochschule Nordwestschweiz in Olten haben sich seit vergangenem Sommer mit diesem Thema befasst, dies im Rahmen ihrer Praxisarbeit. Zu der Projektgruppe Seitens SKFV gehören vier Funktionäre.
„Das ZEFU bräuchten eigentlich alle Fussballregionen“, spricht Roland Stampfli Präsident des Solothurner Kantonalfussballverbandes Klartext. Und er relativiert: „Die Idee ist aber in unserer Region entstanden, weshalb wir da die Federführung übernahmen. Die Solothurner sind nicht gewalttätiger als die übrige Schweiz, aber Vorbeugen ist besser.“ Deshalb hat er eine Themeneingabe an die FHNW in Olten gemacht.
Vier Vollzeitstudenten des Fachs Soziale Arbeit haben sich für das Fussball-Thema entschieden. „Wir waren auch die einzigen, die Interesse zeigten daran“, denken sich die Studenten zurück. Michael Bachmann und Rainer Anliker haben denn auch gleich eine Erklärung dazu: „Es ist schon so, dass dieses Thema derzeit noch etwas aussergewöhnlich ist und die meisten Studienkollegen sich eher für ein konventionelles Thema der Sozialen Arbeit entschieden.“ Für sie jedoch sei klar gewesen: „Das ist eine Arbeit, die, wenn wir unseren Teil gut machen, auch umgesetzt wird, die angewendet wird in der Praxis.“ Und diese Motivation war es, die es Seitens des Verbandes braucht. „Wir wollen am Ende der Projektzeit ein Papier in den Händen halten, mit dem wir arbeiten können“, ist man sich einig. Bis Ende Januar muss das Projekt beendet sein.
„Der Gewalt soll besser entgegentreten werden können. Wir wollen den Vereinen einen Anreiz bieten, dieses Problem anzugehen“, erklärt Roland Stampfli die Grundidee. Was anfangs als Zertifikat Gewaltprävention gedacht war, ist mittlerweile viel mehr. Deshalb auch die Titelgebung ZEFU – Zertifikat Fussball. Entstanden ist ein Zertifizierungskatalog mit fünf Kapiteln: Vereinsorganisation, Sicherheit/Infrastruktur, Ausbildung, Gewaltprävention und Suchtprävention/Gesundheit. Diese Kapitel enthalten Grundsätze und Anforderungen welche von den einzelnen Vereinen erfüllt werden müssen. Wenn alle Bereiche der fünf Kapitel erreicht sind, erhält der Verein das Zertifikat.
Wieso die Abfächerung breiter gewählt wurde, liege auf der Hand: „Wenn es auf dem Fussballplatz eskaliert, ist dies meist nur die Spitze des Eisbergs, ein Ausdruck von Missständen. Wenn ein Verein funktioniert, ist die Gefahr von Eskalationen geringer“, so das Projektteam.
Das Ziel des Fussballverbandes ist: „Gesunde Vereine im Kanton“, so Roland Stampfli. Was das Zertifikat bringt, liege auf der Hand: „Es gibt neue Impulse in den Verein und wie eine Checkliste, mit der man gute Vorhaben im Verein abstecken kann. Und, ein Verein kann mit der Zertifizierung mögliche Sponsoren überzeugen, weshalb eine Unterstützung sinnvoll ist“, so Roland Stampfli, der zusammen mit dem gesamten Projektteam die Vereine in seinem Verband im kommenden März im Rahmen der Präsidentenkonferenz umfassend informieren wird. „So können sich die Funktionäre der Vereinen bis zur Einführung des Zertifikats Gedanken darüber machen“, so Stampfli. Eingeführt werden soll das ZEFU bereits auf die Saison 2007/08. Laut Verband ist das Mitmachen kein Zwang: „Konsequenzen oder Sanktionen sind keine vorgesehen. Wir wollen positiv einwirken und die Vereine belohnen, in dem wir sie in ihren Aufgaben unterstützen“, erklärt Stampfli, der hofft dass die Vereine die Chance, die das ZEFU bietet, erkennen und mitmachen.
Der nachhaltige Anreiz wurde bereits erklärt, der oberflächliche aber nicht minder motivierende dürfte sein, zu den ersten zertifizierten Fussballvereinen der Schweiz zu gehören.








