(Parzival Meister) „Ciao Doofkopf, wie geht’s?“ „Ach, nicht schlecht! Und dir, Fettsack?“ Hmmm, wer spricht hier. Sind es zwei Personen, die sich überhaupt nicht ausstehen können? Gemäss den Beleidigungen, würde ich sagen ja. Aber wieso reden sie dann überhaupt miteinander? Weshalb interessiert es den einen wie es dem anderen geht und warum gibt dieser auch noch Antwort?Fragen über Fragen, liebe Leserinnen und Leser, auf die ich Ihnen hier versuche eine Antwort zu geben. Vielleicht um die raue Sprache der Jugend etwas zu relativieren, Missverständnisse zu vermeiden oder einfach, um Sie mit meiner nicht alltäglichen Theorie zu konfrontieren. Beim besagten Wortwechsel handelt es sich nämlich um alles andere als zwei sich duellierende Feinde. Nein, „Kraftausdrücke“ müssen nicht zwingend beleidigend, sondern können genau so gut Ausdruck von enger Freundschaft sein. Sie sagen jetzt sicher: „Hääääää!?“ Aber keine Sorge, da steckt (m)eine Logik dahinter.
Wenn ich einfach nur nett zu einer Person bin, muss das noch lange nicht heissen, dass mir dieser Mensch auch wirklich nahe steht. Vielmehr weiss ich dann nicht, wie weit ich gehen kann, und um nichts zu riskieren, versuche ich Konfliktsituationen zu vermeiden. Jetzt nicht falsch verstehen! Wenn ich immer lieb bin, bedeutet das aber auch nicht, dass ich Sie nicht leiden kann. Aber, die Bindung ist einfach nicht unzerbrechlich.
Ein Beispiel: Wie ist Ihre Reaktion, wenn ich Sie mit einem „hey A…, alles klar, siehst heute mal wieder richtig sch… aus“ begrüsse und dabei keine Miene verziehe? Kennt mich jemand nicht, ist er wegen der direkten Art zuerst total baff, weiss dann nicht wie ich das nun gemeint habe, fasst es wahrscheinlich als Beleidigung auf und tritt den ernsten Gegenangriff an! Anders ein guter Freund: Ich kann ihn dabei noch so ernst anschauen, er zweifelt keine Sekunde daran, dass dies ein Witz war und antwortet vielleicht: „Danke, es geht gut. Und wie ich sehe, bist wieder einmal Kopf voran in eine Wand gerannt!“ Und das ist nur ein Punkt, der meine Theorie bestätigt. Hinzu kommt nämlich, dass so eine Frage nur ohne Konsequenzen bleibt, wenn ich sie jemandem stelle, den ich richtig einschätzen kann und bei dem ich weiss, wie er meine Aussage aufnimmt. Folglich muss ich die Person extrem gut kennen, also ein enger Freund.
Na, das ist doch mal eine Lebensweisheit mit Hand und Fuss. Aber Vorsicht, auch wenn dies alles sehr logisch klingt, lehne ich jede Verantwortung für gebrochene Nasen und blaue Augen ab. Meine Theorie ist sozusagen noch in der Versuchsphase. Ich habe noch nicht alle Faktoren mit einbezogen und ich muss ehrlich zugeben, dass meine Freunde, die Bodybuilder und Karatekas, noch nicht berücksichtigt wurden. Also dann, machen Sie sich Ihre Gedanken und auch ich bleibe dran. Bis zum nächsten Mal, Ihr …!
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