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100 Jahre Naturschutz im Kanton Solothurn: Ein Grenchner stand am Anfang

(lwg) In diesem Jahr gibt es 100 Jahre Naturschutz im Kanton Solothurn zu feiern. Die Stadt Grenchen beteiligt sich mit einem grösseren Anlass am 16. September 2006 daran. Zu Recht, denn als Initiant der Naturforschenden Gesellschaft trat der Grenchner Theologe und Naturforscher Abbé Franz Josef Hugi in den Vordergrund. Die Landwirte von Staad und Grenchen pflegten in ihren Kalendern die tägliche Wetterlage, die Daten der Aussaat und jene der Ernte einzutragen. Alles wurde erfasst, auffällige Naturerscheinungen, Gewitter sowie Hagelschlag und der Tag des ersten Schneefalls hielten die Bauern in ihren Kalendern fest. Sie versuchten aus diesen Daten Gesetzmässigkeiten abzuleiten, um den Verlauf der Witterung und damit den Gang ihrer Landarbeiten zum voraus bestimmen können.

Gemeinsames Erforschen der Natur

Franz Josef Hugi wurde 1793 in Grenchen geboren. Nach seinem Studium der Theologie wurde er 1819 in Solothurn zum Priester geweiht. Bereits ein Jahr zuvor wurde er zum Lehrer am Knabenweisenhaus gewählt. Während seines Theologiestudiums studierte Hugi auch in naturwissenschaftlichen Fächern. Als Lehrer wandte er sich wieder seinen Naturforschungen zu und wurde 1819 Mitglied der Schweizerischen Naturforschenden Gesellschaft. 1823 wurde auf seine Initiative hin die Naturforschende Gesellschaft Solothurn gegründet. Im Rahmen der ersten, zwei Tage dauernden Generalversammlung, legte Hugi, der als Vorsteher der Gesellschaft amtete, Rechenschaft über Erreichtes und Geplantes ab und liess die Verfassung der Gesellschaft genehmigen. Hugis Idee war es, dass die intensive aktive Forschungsarbeit der Mitglieder, die wöchentlich stattfindenden Vorträge und die Büchersammlung beitragen werden, Gesetzmässigkeiten wie sie in der Natur zu beobachten waren, für die Landwirtschaft und die Betriebe ganz allgemein nutzbar gemacht werden können.

Auch Josef Girard war von Anfang an dabei

Franz Josef Hugi war nicht der einzige Grenchner, der von allem Anfang an massgebend in der Naturforschenden Gesellschaft arbeitete. Wen verwundert es, dass der zehn Jahre jüngere Arzt Josef Girard eines der 34 ersten Mitglieder der Gesellschaft war. So ist es dem Mitgliederverzeichnis von 1824 zu entnehmen. Girard war damals noch wenig bekannt. Es sollten noch sechs Jahre verstreichen, bis er auf der Rösslitreppe von Balsthal demonstrierte und mithalf, die aristokratische Regierung zu stürzen. Und noch einmal vier Jahre sollten verstreichen, bis Giuseppe Mazzini im Bachtelenbad der Familie Girard Zuflucht finden sollte. Hugi und Girard kämpften für einen neuen liberalen Staat. Ihr gemeinsamer Freund war der Oltner Maler, Politiker und Major Martin Disteli. Die neue Naturforschende Gesellschaft arbeitete äusserst intensiv. Ihre Tätigkeit erstreckte sich auch auf die Erforschung von Gegenständen aus dem Bereich der Archäologie und des Landbaus.

Der Naturschutzgedanke wird stärker

Am 13. März 1905 – kurz vor der Einsetzung der solothurnischen Naturschutzkommission (NSK) hielt Robert Glutz-Graff, eidg. Forst-Assistent in Zürich, vor der Naturforschenden Gesellschaft einen Vortrag mit dem Titel „Ueber Natur-Denkmäler“. Der junge Forst-Fachmann beklagte die ungesteuerte Veränderung des natürlichen Umfeldes und schlug vor, dass sich die Naturforschende Gesellschaft für die Inventarisation der bemerkenswertesten Bäume des Kantons und die Gründung eines alpinen Gartens auf dem Jura einsetze. Dieser Vortrag erregte grosses Aufsehen und führte bereits im Mai 1905 zur Gründung der solothurnischen Naturschutzkommission. Es war das erste derartige Gremium zum Schutz der Natur, das in der Schweiz eingesetzt war. Die Idee, die wichtigen Bäume zu inventarisieren, wurde von der Kommission aufgenommen und sofort auf alle wertvollen Naturdenkmäler ausgeweitet. Vor allem ging es um das Erfassen der Pflanzen und erratischen Blöcke.


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