
(Parzival Meister) 39 Jahre war er Polizist. Ein Beruf, den er geliebt hat. Genauso spürt man aber seine Freude über die Pension. Im Gespräch mit dem Urgestein der Grenchner Stadtpolizei This Fankhauser, der vergangene Woche seinen Letzten hatte:This Fankhauser feierte am 20. Mai seinen 63. Geburtstag. Das Pensionsalter ist erreicht. Am 31. Mai war es schliesslich soweit: Fankhauser hatte seinen letzten offiziellen Arbeitstag bei der Polizei Stadt Grenchen und dies nach 39 Dienstjahren. Dieses Rücktrittsdatum passt. Zwar hatte der Grenchner schon vor rund einem Monat seinen letzten Arbeitstag, aber sozusagen als letzte Amtshandlung stand er am 31. Mai nochmals im Dienste der Stapo und reiste mit seinen Arbeitskollegen zum Polizeifreundschaftsschiessen nach Baden. Eine witzige Geschichte, denn This Fankhauser stand auch am Tag danach auf dem Schiessplatz – dieses mal als Gastschütze – und nahm somit wohl als einziger zwei mal am selben Turnier teil.
Die schlechte Erinnerung
39 Jahre Stapo, da hat man so einiges erlebt. Dies wird einem im Gespräch mit This Fankhauser sofort klar. Denn der Polizist in Pension erinnert sich an unzählige Anekdoten aus seiner Karriere. Hier einige Auszüge: Zu einem seiner schlimmsten Erlebnisse zählt der Grenchner einen Vorfall vor rund 20 Jahren. Die Polizei wurde von einer Prostituierten alarmiert. Sie war zuvor mit der Zigarette eingenickt und als This Fankhauser ihre Wohnung betrat, sah er den Qualm von der Matratze aufsteigen. Er beschloss kurzerhand die Matratze aus der Wohnung zu schmeissen. Als er aber das Fenster aufriss und der Sauerstoff in die Wohnung strömte, entfachte das Feuer. Ergebnis: Die Feuerwehr rückte an, das ganze Haus musste evakuiert werden und es entstand ein Sachschaden von rund 150'000 Franken. Heute kann Fankhauser zwar mit einem Lachen im Gesicht auf den Vorfall zurückblicken, sagt aber immer noch: „Ich hätte es besser wissen müssen.“
Der schöne Rückblick
Von einer der schlimmsten Geschichte, zu einer Story, an die sich Fankhauser mit Freude erinnert. Dies betrifft nicht an den Vorfall selbst, denn dieser war tragisch. Rund 30 Jahre ist es er, als ein Mann von zwei anderen in eine öffentliche Toilette gesperrt wurde, die sie anschliessend in Brand setzten. Das Opfer überlebte, die Suche nach den Tätern ging los. Und hier kam Fankhauser ins Spiel. Denn als er die Täterbeschreibung vor sich hatte, ging ihm sofort ein Licht auf und er lieferte der Kantonspolizei den Tipp, mit dem die Täter kurz danach gestellt wurden. Über das Lösen dieses Falles zeigt sich der 63-Jährige nach wie vor stolz.
Spürbare Freude
In 39 Jahren bei der Polizei erlebt man aber nicht nur viele Geschichten, sondern natürlich auch viele Veränderungen. Den grössten Wandel im Dienstalltag sieht Fankhauser dabei in der Prioritätensetzung. Sei der Hauptaufgabenbereich zu seinen Anfangszeiten noch der Verkehr gewesen, so sei dies heute sekundär und die Sicherheit stehe im Vordergrund. Ganz allgemein sagt Fankhauser aber, die Arbeit des Polizisten sei vielseitiger und auch interessanter geworden. Kann er denn nun einfach loslassen? „Ich werde wohl ein Leben lang Polizist sein“, meint er lachend und fügt an, „aber ich werde es nicht vermissen und bin froh über die Pension.“ Wer mit Fankhauser spricht, dem scheint diese Frage aber eigentlich überflüssig. Die Freude am Ruhestand ist ihm anzusehen und man spürt, dass er seinen Job zwar geliebt hat, nun aber abschalten kann und die gewonnene Zeit mit seinen vielen Hobbys in vollen Zügen geniessen wird.
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