
(Paul-Georg Meister) Die Firma Tankred Informatik AG des Grenchners Heinz Felber expandiert. Sie hat das Volkshaus in Solothurn erworben und will einen zweiten Firmensitz aufbauen und damit neue Arbeitsplätze anbieten. Wir wollten von Heinz Felber wissen, warum dieser Firmensitz nicht in Grenchen entstanden ist.citynet: Heinz Felber, Ihre Firma expandiert. In den vergangenen zehn Jahren haben Sie in Wiler bei Seedorf über 50 neue Arbeitsplätze geschaffen und nun bauen Sie einen zweiten Firmensitz auf.
Heinz Felber: Das stimmt. Wir haben in diesen Tagen den Solothurnerhof – der jetzt wieder Volkshaus heisst – erworben und werden dort eine Filiale aufbauen.
Sie sind Grenchner. Würde es da nicht auf der Hand liegen, dass Sie einen zweiten Firmensitz in Grenchen aufbauen?
Das wäre auch eine Option gewesen, aber wir haben uns für Solothurn entschieden.
Und die Gründe?
Wir haben viele Kunden in der Region Solothurn. Darunter beispielsweise Gemeinden wie Derendingen, Zuchwil und Biberist. Unser Bestreben ist es, mittelfristig näher bei diesen Kunden zu sein. Zudem haben wir den Auftrag bekommen, für die AEK Solothurn eine branchenspezifische Softwarelösung einzuführen. Da ist es logistisch einfacher, wenn wir gleich vor Ort sind.
Und die Kunden in Grenchen?
Welche Kunden? Wir sind auf die IT-Bedürfnisse von Gemeinden und Werken spezialisiert und da haben wir in Grenchen nur einen Kunden, mit dem wir ausgezeichnet zusammenarbeiten.
Seit einigen Jahren sind Sie aber auch im Bereich KMU tätig. Liegt da nicht auch ein Potenzial in Grenchen drin.
Sicher. Wir werden nun den „Markt Grenchen“ eben von Solothurn aus betreuen. Vor allem unser neues Rechenzentrum RIO wird in dieser Hinsicht interessant sein, bietet es doch KMU-Betrieben, Gemeinden und Werken die Möglichkeit, ihre IT auszulagern und von uns betreuen zu lassen. Was zum einen die IT-Kosten senken und gleichzeitig den Datenfluss und die Datensicherheit erheblich erhöhen kann.
Zurück zum Standort Solothurn. Waren da noch andere Gründe ausschlaggebend?
Ein wichtiger Grund ist sicher die steuerliche Situation. Solothurn hat verschiedene Male signalisiert, dass man beabsichtigt, die Steuern zu senken. In Grenchen ist man da noch nicht so weit. Dazu kommt, dass wir mit dem Volkshaus eine verkehrstechnisch gut erschlossene Lage haben. Das sind alles Überlegungen, die wir bei unserer Standortwahl natürlich mit einbezogen haben.
Als Präsident des IT-Ausschusses der Gemeinde waren Sie ja massgeblich an der gescheiterten Auslagerung der EDV der Stadtverwaltung zu den SWG beteiligt. Ist das nun die Retourkutsche.
(lacht) Sicher nicht. Ich bin zwar noch immer der Meinung, dass dies der richtige Weg gewesen wäre, aber es waren bestimmt nicht solche Überlegungen, die uns zu diesem Schritt bewogen haben. Nein, es waren ganz klar die oben erwähnten, rationalen Gründe. Der Standort Solothurn ist für uns zum jetzigen Zeitpunkt einfach viel interessanter und attraktiver.
Wie viele Arbeitsplätze werden Sie in den nächsten Jahren in Solothurn schaffen?
Ich will da keine Prognose wagen. Vor rund zehn Jahren haben wir unsere Firma gegründet. Damals haben wir uns auch für den Standort Grenchen interessiert aber kein interessantes Angebot bekommen. Heute beschäftigen wir in der Nähe von Lyss über 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Wie sich der Standort Solothurn entwickeln wird, das werden wir sehen. Ich will dazu keine Prognose machen.








