(Parzival Meister) Vier Mädchen steigen aus der Gondel. Der Schnee ist gut. Das Outfit sitzt. Sie sind bereit zur Abfahrt. Aber nein, das geht ja gar nicht. Wieso? Na, die Vier haben ihre Skier vergessen. Was ich hier verzapfe? Diese Geschichte habe ich vergangene Woche erlebt – als Snowboardleiter im Schneesportlager mit der dritten Bezirksschule Grenchen in Saas-Grund. Diese Anekdote ist zwar nicht das Hauptthema dieser Kolumne, aber ich finde sie so lustig, dass ich sie nicht einfach für mich behalten kann (sorry Mädels!).Auf was ich hier näher eingehe, ist eine skilagertypische Sache: „I mah nid!“, „Miässe mir würkli go fahre?“ oder „Göi mir i d’Beiz?!“ Sportverbundene Lager haben es an sich, dass Schülern (ab und zu) die Motivation fehlt oder sie mit dem Schlaf zu kämpfen haben. Verständlich: Der Erste, der einnickt, wird von den Zimmergenossen schliesslich angemalt – um nur einen möglichen Grund zu nennen. Ich weiss noch genau, mit welchen Tricks ich damals auf Pausen gepocht habe. Sei dies bei miesem Wetter, wenn einem die Schneeflocken wie kleine Nadeln ins Gesicht stechen oder wenn die Sonne scheint und dolce far niente auf der Piste genau so gemütlich ist wie ein Tag am Strand.
Doch dann machen einem die Leiter einen Strich durch die Rechnung. Sie motivieren einem zu noch einem Jump und einer weiteren Abfahrt; an der Beiz vorbei. Doch wieso werden diese Leiter nie müde, hab ich mich stets gewundert. Die Antwort ist einfach: J+S (Jugend und Sport) hat uns, die Leiter, zu wahren Kampfmaschinen geformt. Die Ausbildung in der Antarktis ist Vorbild für jede militärische Spezialeinheit. Kampftaucher, Fallschirmjäger und Navy-Seals kriegen weiche Knie, wenn sie nur an unsere Ausbildung denken!
Spass beiseite. Mit meiner Kondition würde ich im Militär höchstens in einer Spezialeinheit der Bürogummis landen. Und wenn die Muskeln schmerzen, der Nebel die Sicht versperrt, einem der Schnee um den Kopf wirbelt und man lieber in der Schneebar als auf der Piste herum kurven würde, ist halt einfach schauspielerisches Talent gefragt. Dann frage ich ganz fürsorglich, ob wir eins trinken gehen wollen – natürlich nur zum Wohl der Schüler. Nix da! Ich hatte erneut eine so motivierte Boarder-Truppe um mich, dass ich die Beiz nur selten von innen sah (jedenfalls am Tag nicht). Dass die Schüler aber ihren Spass hatten, ist das Wichtigste. Und diese Schlussfolgerung ist wohl überlegt. Schliesslich hab lang darüber nachgedacht, am Weekend, im Bett, das ich nach dieser Woche kaum verlassen habe!








