(Parzival Meister) Waren Sie in letzter Zeit auf der Internetseite www.swg.ch? Was Sie hier zu sehen bekamen, war eine eindrückliche Idylle. Die Wetterkamera liefert einen laufend aktuellen Panaromablick vom Untergrenchenberg aus über die Uhrenstadt. Nur, von Grenchen selbst, war kaum was zu sehen. Die Idylle bot vielmehr das Nebelmeer, an dessen Horizont die Alpen thronen. Was für ein Anblick, aber wir sind ja nicht da oben, sondern mitten in der Suppe – in der Todes-Zone! Ja genau, unter der Nebeldecke zu atmen ist ebenso gefährlich wie in einer durch Glimmstängel vernebelten Beiz zu sitzen. Und Passivrauchen ist ja bekanntlich das Schlimmste, was es überhaupt gibt! Die Gefahr, die uns unter freiem Himmel droht, ist der Staub. Nein, nicht diese lästigen Körner, die sich in meinem Zimmer häufen, sondern Feinstaub, der direkt aus dem Auspuff in die Luft strömt und unsere Lungen besiedelt.
Wie unlängst aus den Medien zu erfahren war, wird die Toleranz der Feinstaub-Konzentration in unserer Luft regelmässig überschritten. Vor allem bei dichtem Nebel, liegen die Messwerte im roten Bereich. Ich stelle mir das etwa so vor: Wir, das ganze Mittelland, sitzen in einer Beiz. Nein, nicht auf der Terrasse, die Nebeldecke ist unser Dach und nur selten wird ein Fenster geöffnet. Jedes Auto und jeder Lastwagen sind die Smoker. Bei einem Spaziergang sind wir also alle Extrem-Passivraucher oder besser gesagt: Feinstaub-Junkies!
Schockiert? Wirklich? Dann können Sie zum Beispiel den Kanton wechseln. In „Züri“ scheint ja bekanntlich immer „d’Sune“. Aber soweit würde ich nicht gehen. Bei mir hält sich die Angst nämlich in Grenzen. Der Erkenntnis, dass der Killer-Staub uns umzingelt hat, kann ich sogar einige positive Aspekte abgewinnen:
Die Tatsache, dass ich meine Zeit mehr in Bars und Clubs verbringe, als an der frischen Luft, bereitet mir nun kein schlechtes Gewissen mehr. Und ich denke da an gemütliche Filmabende in der Wärme. Denn bisher ergriffen die Nichtraucher meist die Initiative und lüfteten selbst bei diesen Temperaturen gründlich durch. Jetzt habe ich ein Argument, wieso sie dies nicht tun dürfen, schliesslich sollte man zum tödlichen Dunst nicht auch noch den Killer-Staub in die Wohnung lassen. Lust but not least, ist jetzt auch die wichtigste These belegt: Sport ist Mord! Ja, bei körperlicher Anstrengung nimmt der Mensch durch die verstärkte Atmung mehr Schadstoffe auf. „Gehen wir joggen?“ Diese Frage muss mir also niemand mehr stellen, schliesslich liegt mir was an meiner Gesundheit!
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