
(pm) Im Jahr 2006 findet das Internationale Gitarrenfestival in Pieterlenzum fünften Mal statt. Obwohl es noch ein junges Festival ist, ist esdoch schon recht bekannt, vor allem auch wegen seines multikulturellenCharakters. Musikerinnen und Musiker aus Asien, Afrika, Südamerika undEuropa teilen sich die Bühne mit Gitarristinnen und Gitarristen derRegion. Auch das Spektrum des Festivals ist deshalb entsprechend gross:von alten traditionellen zu moderneren Rhythmen, von orientalischer zuabendländischer Musik.Von den sechs Konzerten des Festivals findet die eine Hälfte in derfamiliären Atmosphäre der Villa Sonja statt und die andere Hälfte inder reformierten Kirche Pieterlen. Der Eintritt bleibt auch dieses Jahrgratis, es gibt eine Kollekte.
Dieses Jahr haben wir das grosse Glück einen der wohl momentanbekanntesten Sitarspieler bei uns zu Gast zu haben. Shalil Shankar gibtuns die Ehre mit seiner Gruppe, dem in London lebenden PerkussionistenPritam Singh und zwei Tampuraspielern, bei uns aufzutreten. ShankarsMusik reisst religiöse und politische Barrieren nieder und vermag einspirituelles Band zu knüpfen zwischen der östlichen und der westlichenWelt.
Der Kontinent Afrika wird repräsentiert durch den Koraspieler MaraDiabaté aus Senegal. Seit er 15 Jahre alt ist, reist er mit seinemInstrument herum, zuerst in Afrika und dann auch in Europa um sich mitverschiedenen traditionellen, aber auch morderneren Musikernauseinanderzusetzen. Er war Mitglied der bekannten Gruppe “Farafina”und gab 2002 seine erste Solo-CD „Tambila“ heraus, was soviel heisstwie Durchreise auf der Erde.
Nahad El-Sayed der ägyptische Oud-Spieler wird uns mit seinenKompositionen eine Brücke bauen zur altorientalischen Musik. Er ist derwohl talentierteste Oud-Spieler der jungen Generation und schloss seinStudium an der Kairoer Beit El-Oud, der einzigen Hochschule fürarabische Laute, mit Auszeichnung ab. Dank Pro Helvetia hielt er sichsieben Wochen in der Schweiz auf, was ihn dazu bewog ein Studium fürKomposition an der Hochschule für Künste in Bern anzutreten.
Aber auch die Liebhaber der klassischen Musik kommen nicht zu kurz. Derspanische Gitarrist Eduardo Pascual ist ein ausserordentlicherInterpret, der schon sehr viel herumgekommen ist in der Welt.
Eine Idee aus vorherigen Festivals wurde auch diesmal wiederaufgenommen, nämlich die der Gitarre in der Kammermusik. Ein kleines,extra für dieses Festival zusammengestelltes Orchester interpretierteigens für diese Gelegenheit geschriebene, moderne Kompositionen vonQuique Sinesi, Juan Falú und Carlos Dorado. Die Idee dieser Formation(Gitarre und Streicher) ist die Vereinigung verschiedenerMusikströmungen. Deshalb kommen auch Musiker aus verschiedenen Spartenzusammen. Misa Stefanovic, Alejandro Mettler, Orlando Theuler(klassische Streicher); Bänz Oester (Jazzbassist); Andy Aegerter(Perkussionist der Folklore), etc. spielen unter der Leitung von CarlosDorado.
Das junge Talent Markus Moser aus Biel eröffnet das diesjährigeFestival. Er repräsentiert in dieser Auflage die Gitarristen derRegion. Markus Moser studierte sowohl klassische, wie auch Jazzgitarrean der SwissJazzSchool Bern. Er arbeitet als Gitarrenlehrer anverschiedenen Musikschulen und an der HEP (Haute école pédagogique)Bienne. Er gab verschiedene CDs heraus mit seiner Formation M2/5 und inletzter Zeit auch mit kubanischem Einfluss.
Infos + Fotos: 032 377 23 63 www.villa-sonja.ch.vu
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