(Parzival Meister) „Was schenkst du mir?“ „Verrate ich nicht!“ „Ah! Ist es was zum Anziehen?“ „Ich sage nichts!“ „Schmuck?“ „Pssst jetzt!“ „Hm, gib mir nur einen kleinen Tipp!“ „Nein!“ „Ist es…“ „Aaahhh! Themenwechsel!“Na, kommt Ihnen das bekannt vor? So etwa tönt es jedenfalls bei mir. Ich verrate jetzt aber nicht, wer in diesem Dialog ich und wer meine Freundin ist. Obwohl, das ist überflüssig. Denn, im Bewahren von Geheimnissen bin ich nicht gerade ein Held. Natürlich bin ich der Befragte und der Grund, wieso ich hart bleibe, ist ganz einfach: Ich habe noch nichts! Na ja, relativieren wir dies: Das Geschenk steht einfach noch im Laden!
Ich habe mal den Spruch gehört: „Männer kaufen sich Fussballkarten ein Jahr im Voraus, das Weihnachtsgeschenk besorgen sie aber immer erst am 24. Dezember!“ Hat was. Aber wieso ist das so? Sie glauben jetzt sicher, dass ich eine These aufstelle, Ursachenforschung betreibe und den Grund dafür hier nenne. Falsch! Genau wie das Hirn der Frau ist mir manchmal das männliche Handeln ein Rätsel.
Aber, es gibt sicherlich Wege, diesen Spätkauf zu umgehen. So zum Beispiel die Taktik, sich schon während des Jahres zu notieren, was die Freundin alles begehrt. Schwierig, ich weiss! Und wie ich bereits am Anfang erzählt habe, hat diese Vorgehensweise bei mir nicht geholfen. Ich behalte es als Vorsatz fürs nächste Jahr im Hinterkopf.
„Dieses Jahr schenken wir uns nichts!“ Eine der besten Abmachungen, das Problem zu umgehen. Das dachte ich jedenfalls. Denn mit diesem Versprechen sieht das Schauspiel wie folgt aus: Die Familie sitzt im Wohnzimmer, der Weihnachtsbaum thront feierlich geschmückt in der Mitte. Unter ihm liegen Berge von Geschenken und schon beginnt das Verteilen – natürlich mit der Regel: je jünger desto mehr! Alle freuen sich. Da erhebt sich plötzlich auch die Frau, fasst unter den Baum und reicht ihrem Partner, mit dem sie eigentlich eine Vereinbarung hatte, ein Geschenk mit dem Satz: „Ich weiss, wir wollten uns eigentlich nichts schenken, aber ich habe trotzdem etwas Kleines gekauft.“ Wenn der Beschenkte sich nun ehrenhaft an das Versprechen gehalten hat, steht er dumm da!
Ohne geht’s halt eben doch nicht. Und das ist gut so! Ich seh mich schon am Wochenende in Grenchen durch den Weihnachtsmarkt huschen und halb verzweifelt meine Geschenkliste abklappern. Dann freue ich mich aber schon auf den Moment, zu Hause meine Beute zu betrachten und an das Lächeln zu denken, welches jeder dieser Gegenstände auf ein Gesicht zaubern wird. Wie wären die Festtage ohne den Geschenke-Stress? Aus meiner Sicht nur halb so schön.
In diesem Sinne, frohe Weihnachten!
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