
(Wolfgang Weitlaner) Nach den Hochrechnungen der deutschen Krebsgesellschaft über diegefährlichen Folgen des Passivrauchens, warnen nun auch die Kardiologenvor der "tödlichen Belästigung". Die Gesellschaft für Kardiologie (DGK)http://www.dgk.org und die deutsche Herzstiftunghttp://www.herzstiftung.de verweisen auf das Beispiel Schweiz, dennseit Montag herrscht in allen Zügen Helvetias Rauchverbot. Das forderndie Mediziner auch für Deutschland.Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie und die Deutsche Herzstiftungbegrüßen diese folgerichtige Entscheidung in der Schweiz. "Es isteindeutig wissenschaftlich bewiesen, dass die Verschmutzung derAtemluft für die Nichtraucher nicht nur als Belästigung, sondern alsGesundheitsgefährdung mit Todesfolgen einzustufen ist", erklärtHans-Jürgen Becker, Vorsitzender der Hezstiftung impressetext-Interview. Der Kohlenmonoxid-Gehalt im Blut steige gewaltigan. "Jemand, der bereits an Gefäßerkrankungen leidet, ist massivgefährdet, aber auch jeder andere", so Becker. "In der Schweiz sind dieZeiten vorbei, wo die Nichtraucher-Abteile belegt sind und nur imstickigen Raucherbereich Leere herrscht", meint der Mediziner.
Becker gibt die Schuld an der Raucherproblematik der Politik. "13 Mrd.Euro Einnahmen aus dem Tabakverkauf scheinen ein gewichtiges Argumentzu sein und die Lobby der Tabakindustrie zu stärken", bringt Beckervor. Das Argument der Freiheitsbeschränkung der Raucher lässt derMediziner nicht gelten. "Das kann doch nicht vorgebracht werden, wennandere Menschen dadurch gefährdet sind", so Becker abschließend. "Beider Schweizer Bundesbahn wird jetzt Prävention praktiziert und nichtnur davon geredet. Die Politiker sind sich ihrer Verantwortung bewusstgeworden", meint Helmut Gohlke, Leiter der Projektgruppe "Prävention"der DGK und Vorstandsmitglied der Herzstiftung. "Wir hoffen, dass sichauch bei der Deutschen Bahn – wenn schon gesundheitliche Argumentenicht überzeugen – die Erkenntnis durchsetzt, dass sich die Subventionunterbesetzter Raucherabteile nicht rechnet."
DGK und Deutsche Herzstiftung fordern außerdem einem Schutz vorPassivrauchen durch striktes Rauchverbot in allen Zügen sowie einflächendeckendes Rauchverbot in Schulen, Krankenhäusern und sonstigenöffentlichen Räumen – so wie in Irland -, die Abschaffung vonZigaretten-Automaten und die konsequente Umsetzung desTabakwerbeverbots.
Die Schweizer Bundesbahn http://www.sbb.ch hat mit dem Winterfahrplan2005, der am Montag in Kraft getreten ist, eine Kampagne gegen dasRauchen gestartet. Auf Plakaten wird bildhaft dargestellt, dass der"letzte Zug" für den Marlboro-Mann und das Camel bereits abgefahrenist. Obwohl es noch etwa sechs Monate dauern wird, bis alleAschenbecher aus den Zügen verbannt sind, ist das Verbot bereitsgültig. Auch die Schweizer Bahnhöfe werden zunehmend zur rauchfreienZone, denn ein Gesetz sieht vor, dass in geschlossenen Räumen undZirkulationsflächen der Tabakgenuss verboten ist. Die SBB bietet aufihrer Homepage Original-Aschenbecher, die bereits entfernt wurden,sowie die beiden Poster "Cowboy" und "Dromedar" im Webshophttp://www.sbbshop.ch zum Kauf an.
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