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KOLUMNE: I’m walking

(Parzival Meister) Meine Sommerferien sind vorbei. Seit dieser Woche sitze ich wieder hinter dem Schreibtisch. Besser gesagt mein Körper ist hier; meine Gedanken, na ja.
Ich sage Ihnen, es war wirklich ganz nach meinem Geschmack. „Sünnälä“, „(fr)ässä“, „badä“, „shopä“ und das Nachtleben in Spanien ist mindestens so heiss wie die Mittagssonne.

Das Nonplusultra, jedenfalls für mich. Meine Mutter hingegen mag da eher Aktiv-Ferien. Sie packte den Rucksack, schlüpfte in die Wanderschuhe und ging ab in die Berge.

Nein, nicht mein Ding. Spätestens seit der Rekrutenschule verspüre ich eine gewisse Ablehnung gegen das „Wandern“. Am Ende dieser Ferien jedoch sollte sich dies ändern.

Es war auf der Heimfahrt. Meinem Kollegen, der gerade hinter dem Steuer sass, schienen die Benzinpreise auf Frankreichs Autobahnen ganz und gar nicht zu gefallen – um die 60 Euro für einmal Volltanken. Denn als uns das Lämpchen der Benzinanzeige unmissverständlich „Reserve“ signalisierte, meinte er überzeugt: „Das längt scho bis a d’Gränzä.“

Oh, da war ja auch die letzte Tankstelle. „Vertrau mir“, beruhigte mich mein Kollege. Und was blieb mir nun auch anderes übrig.

Wir kamen der Schweiz immer näher. Doch plötzlich ein Stottern. Nein, mein Gegenüber wollte mir nicht einfach Angst einjagen, wie er dies schon zuvor gemacht hatte. Dieses Mal war es wirklich mein Motor, der vergeblich nach Benzin keuchte.

Es wurde immer schlimmer, doch irgendwie schafften wir es bis zum Zoll. Und genau hier war Sense. Unaufgefordert fuhren wir rechts ran. Sorry, wir liessen uns rechts ran rollen. Mein Kollege hatte also doch Recht. Es hat bis zur Grenze gereicht; nur leider keinen Meter weiter.

Als ich den Grenzwächter dann mit meinem Pseudo-Französisch um Hilfe bat, fragte er nur: „Vous avez quelque chose à déclarer?“ Wir hatten nicht einmal Sprit. So ein Depp! Aber was soll’s. Ich schnappte eine Pet-Flasche und marschierte los.

Sich über eine solche Situation aufzuregen bringt eh nichts. Und siehe da, meine kleine „Hauptstrasse-Wanderung“ war gar nicht so übel. Ich fühlte mich wie der Mann aus der „Aral-Werbung“, welcher mit dem Kanister in der Hand eine Tankstelle sucht. So ging ich also orientierungslos aber zufrieden in eine Richtung, spitzte die Lippen und fing an zu pfeifen: „I’m walking, down the street. Oh yes i’m walking,…..“

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