
(mgt) Was bereits vor Jahresfrist angekündigt wurde, soll weiterhin ernsthaft ins Auge gefasst werden: Der Hauseigentümerverband Solothurn (HEV) will eine Initiative zur teilweisen Abschaffung der Handänderungssteuer im Kanton Solothurn lancieren. Diese Absicht bekräftigte Präsident Dr. Rudolf Steiner anlässlich der Delegiertenversammlung in Mühledorf erneut.Die so genannte Handänderungssteuer wird in den Kantonen nicht nur in unterschiedlicher Höhe erhoben, sondern wurde teils bereits abgeschafft (u.a. der Kanton Zürich). Im Kanton Solothurn beträgt die Handänderungssteuer derzeit 2,2 % des Kaufpreises. Hinzu kommen noch weitere Gebühren, die vom Staat erhoben werden. Die beabsichtigte Initiative des Hauseigentümerverbandes Solothurn zielt auf eine Aufhebung der Handänderungssteuer beim erstmaligen Erwerb von Wohneigentum zur Selbstnutzung. Eine solche Massnahme käme einer weiteren Attraktivierung für den Erwerb von Wohneigentum gleich.
Weiterhin «am Ball» Die Beharrlichkeit, mit welcher der HEV Solothurn dieses Ziel verfolgt, strahlte auch auf die Kantonsratswahlen in diesem Frühjahr aus. Kandidatinnen und Kandidaten für das Kantonsparlament wurden konkret angefragt, ob sie einer solchen Initiative vorbehaltlos zustimmen könnten. Dieses Vorgehen stiess verständlicherweise nicht nur auf eitle Freude, zeigte aber gleichzeitig auf, dass sich eine verhältnismässig grosse Zahl von Kantonsratsanwärtern mit der teilweisen Abschaffung der Handänderungssteuer einverstanden erklärte. Den Puls fühlen will der HEV Solothurn nun auch innerhalb seiner Sektionen. Steiner macht deren Absichterklärung davon abhängig, ob eine Initiative ernsthaft weiterverfolgt werden soll oder nicht, zumal die dafür erforderlichen Kosten nicht unerheblich sind. In seinem Jahresbericht zeigte sich HEV-Präsident Rudolf Steiner erfreut über die Tatsache, dass sich das «Neue Bulletin» des Kantonalverbandes bewähre und innerhalb der Leserschaft grossen Anklang finde. Steiner informierte auch über die Aktivitäten des Dachverbandes. «Eine Arbeitsgruppe des HEV Schweiz hat ein Dokument zur Frage von Elektrosmog erarbeitet, dessen Zusammenfassung den Mitgliedern zur Verfügung stehe.» Weitere Arbeitsgruppen würden sich mit der rechtlichen Würdigung von Lärm- und anderen Immissionen, mit der Erarbeitung einer Übersicht über kantonale Steuern und Gebühren zur Lasten der Wohneigentümer befassen. Die Niederlage bei der Abstimmung zum Steuerpaket hat die Hauseigentümer nicht resignieren lassen, sondern sie beflügelt, auch bezüglich eines Systemwechsels beim Eigenmietwert und für ein Bauspar-Modell erneut aktiv zu werden. Das so genannte Bausparmodell kennt heute in der Schweiz lediglich der Kanton Baselland.
Angespannte Finanzen
Trotz umsichtiger Rechnungsführung musste der HEV Solothurn im letzten Berichtsjahr erneut ein Defizit beklagen. Mindererträge erzielte der Verband laut Kassier Florian Studer (Lostorf) beim Verkauf von Mietverträgen. Obwohl der HEV Solothurn nach wie vor auf gesunden finanziellen Füssen steht, wurde das Budget 2005 geschlankt, um es ausgeglichen gestalten zu können. Eine Vermögensverminderung musste Studer auch im Spezialfonds ausweisen. Insbesondere die Massnahmen für das Steuerpaket haben viel Geld gekostet. Eine Erhöhung des Mitgliederbeitrages stand indes nicht zur Diskussion, wenngleich eine solche Möglichkeit vor einem Jahr bei einem ähnlich ungünstiger Rechnungsabschluss in Aussicht gestellt wurde. Dank den vorhandenen Vermögenswerten sei ein Defizit zeitweilig zu verkraften, sagte Florian Studer. «Trotzdem müssen wir uns vermehrt über die künftige Kostenentwicklung Gedanken machen.»
Vorstand wiedergewählt
Im 15-köpfigen Vorstandsgremium gab es zwei Rücktritte. Auf Urs Netzer (Sektion Dorneck-Thierstein) folgt Iris Studer und Paul Bourquin (Sektion Grenchen) wird abgelöst von Trudi Schilt. Weiter im Vorstand tätig sein werden: Präsident Rudolf Steiner (Lostorf), Vizepräsident Reto Bracher (Solothurn)(, Florian Studer (Lostorf, Kassier), Stefan Altermatt (Solothurn, Sekretär), Joseph Weibel (Solothurn, Pressebeauftragter), Mari Chirico (Grenchen), Rolf Marti (Solothurn), Andreas Tschopp-Hänggi (Nunningen9, Erich Kiefer (Wangen b.Olten), Gabriele Plüss (Olten), Markus Straumann (Obergösgen), Ruth Saladin (Seewen) und Walter Wobmann (Gretzenbach). Neben dem geschäftlichen Teil hat beim HEV Solothurn auch der gemütliche immer einen festen Platz. Die Delegierten wurden im Anschluss an die DV mit Ross und Wagen in die «Grabenöli» in Lüterswil geführt, wo sie in das Geheimnis eines alten Handwerks eingeweiht wurden.
Ähnliche Beiträge
Tags: kantonsrat








