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Bücker Fly-in auf dem Regionalflughafen Grenchen

Die „Old Eagles“, das Organisationskomitee des internationalen Bücker-Treffens

(pbg) Die Bücker-Flugzeuge sind in den vergangenen 70 Jahren zu einem Synonym für Doppeldecker-Maschinen geworden. Auf dem Regionalflughafen Grenchen kommt es zu einem Treffen dieser legendären Flugzeuge. Über 40 dieser seltenen Doppeldecker sind aus dem In- und Ausland angemeldet.„Das Fliegen mit einer Bücker ist einfach fantastisch“, schwärmt Paul Misteli aus dem solothurnischen Aetigkofen. Er ist Besitzer eines roten Bücker Jungmann-Doppeldeckers mit dem Übernamen „The Red Ballerina“ und verbringt fast jede Minute seiner Freizeit in und um das Flugzeug. Denn ein fliegender Oldtimer ist eine aufwändige Sache und braucht ständige Pflege. Aber dem passionierten Piloten geht es nicht nur um das Fliegen alleine, sondern auch um die Geschichte dieser Flugzeuge.Deshalb hat er mit weiteren begeisterten Oldtimerpiloten eine lockere Vereinigung ins Leben gerufen, die „Old Eagles – Swiss Bücker Squadron“. Die „Old Eagles“ organisieren nun das erste internationale Bücker-Treffen auf dem Regionalflughafen Grenchen. „Die Reaktion auf unsere Einladung war sehr positiv“, freut sich Paul Misteli. Schon nach relativ kurzer Zeit waren über 40 Anmeldungen registriert. Die meisten Maschinen sind Bücker-Flugzeuge, zudem hat es noch einige weitere historische und interessante Doppeldecker.Grenchen ist der ideale Flughafen, um ein solches Treffen durchzuführen. In der über 70-jährigen Geschichte dieses Platzes waren fast ununterbrochen Bücker in Grenchen stationiert. Bis weit in die siebziger Jahre hinein führte die damalige Schweizerische Luftverkehrsschule die sogenannten „Studenten-Flugkurse“ in Grenchen durch: Auf Bücker-Maschinen wurde die ersten Abklärungen vorgenommen, ob ein Anwärter zur Linienpilotenausbildung zugelassen werden konnte oder nicht. Das war das letzte Mal, dass bis zu sieben und mehr Maschinen auf der Flightline standen. Aber noch heute haben fünf Bücker in Grenchen ihren Heimatflugplatz.Bei gutem Wetter werden die Bücker am Samstag, 18. Juni, aus allen Teilen der Schweiz und auch aus dem Ausland einfliegen und in Grenchen landen. Die Maschinen werden so abgestellt, dass sie vom Publikum gut besichtigt werden können. Allerdings ist gutes Wetter vonnöten, denn die fliegenden Raritäten ertragen Regen und Gewitter nur schlecht.Die Bücker haben tatsächlich eine interessante Geschichte und sind, obwohl ursprünglich ein deutsches Produkt, eng mit der Schweizer Luftfahrt verbunden: Am 27. April 1934 startete Testpilot Joachim von Köppen in Berlin-Johannistal zum ersten Mal mit dem neuen zweisitzigen Doppeldecker-Flugzeug. Es war ein Entwurf des Unternehmers Claus Clemens Bücker und seines schwedischen Chefkonstrukteurs Anders J. Andersson. Das Flugzeug erhielt die Typennummer 131. Da Claus Clemens Bücker im Ersten Weltkrieg Marineflieger gewesen war, gab er seinen Flugzeugtypen Zunamen aus der Welt der Seefahrt. So heisst die Bü 131 noch heute „Jungmann“, was Seekadett bedeutet. 1935 kam noch das einsitzige Schwesterflugzeug, die Bücker 133 „Jungmeister“, hinzu.Die Bücker Jungmann entwickelte sich schnell zu einer Erfolgsstory. Zum einen benötigte die neue deutsche Luftwaffe viele Flugzeuge für die Pilotenausbildung, zum anderen wurde der Zweisitzer bald ein Exportschlager. Die Firma Bücker zog von Johannistal in ein neues Werk, das in Rangsdorf bei Berlin erbaut wurde. Das erste Land, das ausserhalb Deutschland die Jungmann in Lizenz herstellte, war die Schweiz. Der Aero-Club der Schweiz und die Fliegertruppe benötigten ebenfalls Schulungsflugzeuge. Insgesamt wurden gegen 100 Maschinen, die als DO/Bü 131B bezeichnet werden, bei Doflug in Altenrhein mit Teilefertigung bei Farner in Grenchen hergestellt. Die Schweizer Fliegertruppe setzte ab 1936 insgesamt 94 Jungmann und 52 Jungmeister für die Pilotenschulung ein. 1971 wurde die Flotte stillgelegt.Die übriggebliebenen Jungmänner gingen 1972 an den Aero-Club der Schweiz und wurden zumeist mit neuen Motoren versehen. Das erklärt die Tatsache, dass heute noch relativ viele Bücker Jungmann mit dem charakteristischen gelb-schwarzen Anstrich in der Schweiz existieren. Einige Maschinen, die auch in der Schweiz fliegen, stammen aus Spanien. Bei den dortigen CASA-Flugzeugwerken wurde die Jungmann als CASA 1.131 ab 1938 bis in die 60er Jahre in 555 Exemplaren für die spanische Luftwaffe gebaut.
Old Eagles – Swiss Bücker Squadron: Internationales Bücker- und Doppeldeckertreffen bei gutem Wetter. Regionalflughafen Grenchen, 18./19. Juni. Freier Eintritt für die Besichtigung der Flugzeuge. Bitte Signalisation beachten. Mehr Infos unter [www.bueckerfliegen.ch] (Dieser Link bezog sich auf eine alte Version von grenchen.net und könnte unter Umständen nicht mehr besucht werden.)

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