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Die Sonne schickt uns keine Rechnung

Informations- und Beratungsausstellung gibt Gedankenanstösse

() „Man muss die Bevölkerung ständig informieren und motivieren für den Einstieg und Umstieg in die Nutzung erneuerbarer Energien“, sagt Urs Stuber, Leiter der Energiefachstelle des Kantons Solothurn. „Immer wieder muss man die neuen Technologien zeigen und erklären.“ Öl und Gas seien bekannt. „Doch dass daneben ausgereifte Nutzungsmöglichkeiten für die Anwendung erneuerbarer Energien entwickelt wurden, ist noch viel zu wenig im allgemeinen Bewusstsein. Und nur wer etwas davon versteht, ist bereit, neue Technologien einzusetzen.“Was der Investor nicht kennt…

„Das Sprichwort „Was der Bauer nicht kennt, das isst er nicht“ könne man Eins zu Eins auf Investoren umlegen, sagt Urs Stuber: „Wer die erneuerbaren Energien nicht kennt, kann sie sich auch nicht wünschen.“ Bei Bauherren und Hausbesitzern werde auch oft mit der grauen Energie für die Herstellung der Anlagen oder mit fehlender Wirtschaftlichkeit argumentiert. „Würde man dieses Argument beim Autokauf anwenden, dürfte man keine Autos mehr kaufen“, betont Stuber. „Ein Auto ist kaum wirtschaftlich. Zudem: Wenn Solaranlagen das gleiche Image als Statussymbol hätten wie das Auto, hätte es auf den meisten Dächern eine. Viele Eigentümer oder Bauwillige wissen nicht, dass eine solare Warmwasseranlage wirtschaftlich – das heisst finanziell lohnend – betrieben werden kann. Die Sonne schickt nie eine Rechnung.“
Betreffend erneuerbare Energien verweist der Leiter der kantonalen Energiefachstelle weiter auf die Nutzung von Biomasse: „Etwa 40 Prozent der Fläche des Kantons Solothurn ist mit Wald bedeckt. Also sollte man – zu dessen Pflege und Nutzung – viel mehr CO2-neutrales Holz als Energieträger nutzen.“ Dies sei auch deshalb empfohlen, weil moderne Holzfeuerungen ähnlich wartungsfrei funktionieren wie etwa Ölheizungen.

Arbeit fürs Baunebengewerbe
Urs Stuber erläutert – diesmal in seiner Funktion als Leiter der
Wirtschaftsförderung – weshalb der Einsatz erneuerbarer Energien – sei es bei Neubauten oder Sanierungen – auch dem Baunebengewerbe willkommen sein sollte: „Zu den Nutzniessern gehören vorwiegend folgende Branchen: Heizungs- und Sanitärgewerbe (Umbauten und Neuinstallationen); Elektroinstallateure (Anschluss von Wärmepumpen, Installation von Solarzellen usw.); Alternativenergiefirmen (Bau- und Einbau von Solarkollektoren und –zellen, Bau von Holzfeuerungsanlagen); Ingenieurbüros (Planung und Projektierung von neuen Energieanlagen; Forstwirtschaft (Brennholzaufbereitung).“ Letztlich sei es aber immer der Investor, der entscheide, was installiert werde und was er als wirtschaftlich empfinde: „Darum ist es gut, dass mit dieser Beratungs- und Informationsausstellung die reelle Bedeutung erneuerbarer Energien ins Blickfeld gerückt wird.“

Sonne brennt darauf…
Genau das ist auch das Anliegen der Solar Frauen Schweiz, einer Gruppe der Schweizerischen Vereinigung für Sonnenenergie / Société Suisse pour l‘Energie Solaire (SSES). „Mit dieser Ausstellung wollen wir die breite Bevölkerung ansprechen, informieren und motivieren, als Mieter oder Hauseigentümer erneuerbare Energien zu nutzen und optimal einzusetzen“, sagt die ETH-Architektin Annuscha Schmidt, Präsidentin der Solar Frauen Schweiz und Vizepräsidentin der SSES. Sie ist seit 1995 im Solarbereich tätig und stellt immer wieder fest, dass viele Leute nur diffuse Vorstellungen haben von den Möglichkeiten die direkte oder indirekte Nutzung der erneuerbaren Energien bieten: „Wer diese besser kennt, setzt auf ihren Einsatz. Und die Sonne brennt darauf, genutzt zu werden.“

Was pumpt eine Wärmepumpe?
Einerseits gibt die nichtkommerzielle Ausstellung viele Anregungen, sich mit dem eigenen Umgang mit Energie auseinanderzusetzen, aber auch Tipps für einen sorgsameren Einsatz ohne Komforteinbusse. Andererseits kann man aufgrund ausgestellter Modelle und kompetenter Auskunft/Beratung die Unterschiede verschiedener Typen von Energieanwendungen kennenlernen. So also sieht ein Flachkollektor, so ein Vakuumröhrenkollektor zur Warmwasseraufbereitung aus. Nebeneinander sieht man amorphe, mono- und polykristalline Photovoltaikzellen zur Stromerzeugung, aber auch die Umwandlung in Wechselstrom und die elektronische Steuerung. Am Modell wird die Funktionsweise einer Wärmepumpe, z.B. mit Sole/Wasser-Erdsonde, erklärt oder wie die Wärmerückgewinnung bei einer Komfortlüftung funktioniert. Dass eine moderne Holzfeuerung nichts mehr zu tun haben muss mit ständigem Drandenken, dass wieder Holzscheiter nachgelegt werden sollten, zeigt das Modell einer Pelletheizung.

Beratung für eigene Schritte

An jedem der drei Ausstellungstage (Mittwoch/Samstag/Mittwoch, 5./8./12. November, siehe Kasten) stehen jeweils mehrere Fachleute bereit, um Interessierte individuell zu beraten über mögliche Schritte Richtung erneuerbare Energien. Was können Mieter tun – abgesehen vom Bezug von Ökostrom? Was empfiehlt sich im konkreten Fall beim Neubau von Haustechnik, was bei einer Total- oder Teilsanierung? Welche Technologien lassen sich besonders sinnvoll kombinieren? Was ist wirtschaftlich? Wofür gibt es Subventionen vom Kanton? Schriftliche Unterlagen unterstützen die unentgeltliche, nichtkommerzielle Beratung. Die Sonne brennt darauf, genutzt zu werden. Geben wir ihr noch mehr Chancen dazu.


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