
() Die Kulturfabrik Kofmehl verliert ihren heutigen Standort im Westen Solothurns. Der Mietvertrag für die ehemalige Fabrikhalle an der Gibelinstrasse wurde vom Eigentümer gekündigt. Nach elf Jahren ist für den national bekannten Kulturbetrieb Ende Juni 2004 Schluss. Die Suche nach einem neuen Standort ist bereits angelaufen.mgt. Die Kulturfabrik Kofmehl wird die laufende Saison 2003/2004 wie geplant zu Ende bringen: Der letzte Anlass in der umgebauten Fabrikhalle wird im Juni 2004 über die Bühne gehen. Gleich danach beginnen die umfangreichen Räumungsarbeiten in der Halle. Der Verein "Creep!", Betreiber der Kulturfabrik, muss die Halle am 30. Juni an den Eigentümer, die Solothurner Bauunternehmung Marti AG, zurückgeben.
Die Kündigung des Mietvertrags kommt für den Betreiberverein nicht überraschend. Die Marti AG suchte für das Gelände an der Gibelinstrasse 13 und 15 seit elf Jahren einen Käufer. Mit der geplanten Westumfahrung Solothurns und somit dem direkten Autobahnanschluss der Gibelinstrasse gewinnt das Grundstück an Attraktivität.
Die Mitglieder des Kofmehl-Betreibervereins haben bereits vor längerer Zeit einstimmig entschieden, den Kulturbetrieb auch im Falle einer Kündigung weiterzuführen bzw. an einem anderen Standort neu aufzubauen. Im Idealfall will der Verein bereits im Herbst 2004 wieder starten. Das Bedürfnis nach einem nicht kommerziell ausgerichteten Konzertlokal von der Grösse der Kulturfabrik Kofmehl (Fassungsvermögen: ca. 700 Personen) ist in der Region Solothurn auf jeden Fall vorhanden. Dies beweisen die rund 70'000 Kofmehl-Besucherinnen und -Besucher alleine in den letzten drei Jahren.
Die Suche nach einem neuen Standort ist bereits angelaufen. Die Kulturfabrik Kofmehl darf dabei auf die Hilfe der Regionalplanungsgruppe Solothurn (Repla RSU) zählen. Sie hat eigens eine Arbeitsgruppe gebildet, die sich der Standortsuche widmet. Die Gruppe ist im September 2003 zu ihrer ersten Sitzung zusammengekommen. Konkrete Resultate sind noch nicht zu vermelden. Alle Beteiligten sind sich bewusst, dass sie eine schwierige Aufgabe übernommen haben. Der Standort, das Gebäude und die Voraussetzungen an der Gibelinstrasse 15 waren optimal für den Kulturbetrieb. Die Anforderungen an das zukünftige Domizil sind dementsprechend hoch. Zudem machen heute Faktoren wie Verkehrserschliessung, Parkplätze und Lärmemissionen die Einrichtung neuer Treffpunkte ungleich schwerer als noch vor elf Jahren.
Dennoch: Die Kulturfabrik Kofmehl will auf jeden Fall weiterleben. Elf Jahre Erfahrung als Veranstalter dürfen nicht verloren gehen. Das "Kofmehl" war und ist für eine ganze Generation von Menschen aus der weiteren Region Solothurn ein wichtiger und prägender Teil ihrer Jugend.
Die Kulturfabrik Kofmehl
Der Kulturbetrieb an der Gibelinstrasse 15 in Solothurn läuft derzeit in seiner elften Saison und ist der grösste regelmässige Kulturveranstalter der Stadt Solothurn. Das Lokal zieht Besucher jeden Alters aus der ganzen Schweiz und aus dem benachbarten Ausland an. In den Tourplänen der grossen und bekannten Bands ist das "Kofmehl" längst nicht mehr wegzudenken. Aber auch unbekannte Künstler kommen dank der zahlreichen Plattformen zu Auftritten.
Die Kulturfabrik bietet ein regelmässiges Angebot an Konzerten, Discos und weiteren kulturellen Veranstaltungen, die häufig auch ausserhalb Solothurns wahrgenommen werden. Im Rahmen der letzten Solothurner Literaturtage hat die Kulturfabrik zum Beispiel einen viel beachteten Mundart-Abend veranstaltet. Der Berner "Bund" bezeichnete die Veranstaltung als "Highlight der Literaturtage".
Das Lokal befindet sich seit 1992 in der alten Fabrikhalle der "Otto Kofmehl Metallwaren AG". Der Betrieb muss selbsttragend sein. Regelmässige Unterstützung von öffentlicher Seite gibt es nicht. Organisationsform ist der Verein. In der Kulturfabrik Kofmehl arbeiten rund 200 Helferinnen und Helfer. Der Grossteil der Arbeit wird ehrenamtlich erledigt.
Im Herbst 2003 erhielt die Kulturfabrik Kofmehl vom Regierungsrat des Kantons Solothurn den Anerkennungspreis für Kulturvermittlung verliehen.








