
(Christoph Schmutz) Die sinnvollste Methode, einen Tennisball zu verwenden ist sicher die: Man drischt ihn mit einem Racket über ein Netz und kassiert dafür Millionen – in Dollars. Man kann ihn aber auch einfach zwischen zwei Stücke Holz einklemmen.Die Prinzessin auf der Erbse aus dem gleichnamigen Märchen muss schon eine ziemliche Mimose gewesen sein. Gesunden Schlaf vermögen durch eine einzige Matratze hindurch nämlich nicht mal mehrere Tennisbälle zu stören. Wie beim Tennis spielen kommt es nur auf die genaue und richtige Platzierung der Bälle an.
Nun sind die beiden Grenchner Beat Stauffiger und Ueli Däppen zwar keine Tennisprofis, die im ATP-Ranking auf den vorderen Plätzen auftauchen, aber mit Filzbällen umgehen können sie trotzdem. Weil sie das so gut können, haben sie im Mai dieses Jahres eine Firma gegründet und setzen nun voll auf ihre Talente. Die beschränken sich zwar nicht nur darauf, Tennisbälle sinnvoll zweckzuentfremden, dieser Aspekt darf aber sicher als Kerngeschäft der Firma Topi-Bett bezeichnet werden. Betten habe er schon einige andere gebaut, bevor er auf den Tennisball als Federungselement gestossen sei, erzählt der gelernte Mechaniker und Zimmermann Beat Stauffiger. Das Aha-Erlebnis kam wie so oft ungewollt und um sieben Ecken. «Ich lag in einer Autowerkstatt auf so einer kleinen Liege auf Rädern unter meinem Wagen und reparierte an einem Teil herum. Als ich auf wieder unter meinem Auto hervorrutschen wollte, schnellte die Liege weg und verkeilte sich unter einem Werkzeugregal. Gleichzeitig beobachtete ich draussen vor der Garage ein Kind, das seinem Hund einen Tennisball zuwarf. Der Tennisball und das Einklemmen brachten mich auf die Idee, einen Tennisball zwischen Lattenrost und Bettgestell einzuklemmen und so als Federungselement einzusetzen», erzählt Beat Stauffiger. Es brauchte dann aber schon noch einige Tüftelei, um zu verhindern, dass der Bettenbau – vergleichbar einer ersten Tennisslektion – zum stetigen Wiedereinsammeln von Tennisbällen geriet. Das Prinzip der Topi-Betten liegt nun einerseits in zwei Längsbalken, in denen versenkt je 10 Tennisbälle regelmässig auf die Länge verteilt liegen. Der eigentliche Lattenrost besteht aus einzelnen Brettern, die dank einer konischen Bohrung auf den Tennisbällen quer zu den Längsbalken balancieren. Fertig. Als der Stoff, aus dem filzgefederte Träume sind, haben sich im Laufe der Entwicklung die Tennisbälle der Marke «Dunlop Training» bewährt. Ausruhen könnten also Tennis-Cracks als Käufer eines solchen Bettes höchstens auf ihren Trainings-Lorbeeren. Agassi und Co haben das Topi-Bett aber noch nicht kennengelernt. Denn die Vermarktung der sportlichen Liege im Umfeld der Tennisbranche – eigentlich naheliegend – hat sich laut Beat Stauffiger nicht bewährt.Mehr im GT vom 12. Oktober








